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Kohlsuppendiät – Rezept für eine Kohlsuppe

Die magische Kohlsuppendiät, die einen schnellen Gewichtsverlust verspricht, zählt zu den Diätklassikern, fast jeder Abnehmwillige hat wohl schon einmal davon gehört oder gelesen. Seit Jahrzehnten ist diese Diät bekannt und erfreut sich bis heute stetiger Beliebtheit. Immer wieder bringen diverse Zeitschriften unter dem Titel „5 Kilo in 7 Tagen“ Rezepte für Kohlsuppe und auch zahlreiche Bücher sind zu diesem Thema im Handel. Doch worin begründet sich der Erfolg dieser wenig verlockend klingenden Crash-Diät? Um dies zu klären, muss man sich klar machen, woraus eine Kohlsuppendiät eigentlich wirklich besteht.

Zunächst einmal basiert diese in der Regel einwöchige Diät, wie der Name schon sagt, auf dem täglichen Verzehr von Kohlsuppe. Das ursprüngliche Rezept, ausreichend für mehrere Tage, wenn nicht die komplette Woche, ist recht simpel: Man braucht dazu einen Kopf Weißkohl, ein Kilo Karotten, sechs Zwiebeln, zwei Paprika, eine Stange Sellerie, acht geschälte Tomaten sowie verschiedene Kräuter und Gewürze, wie z.B. Petersilie, Chili, Pfeffer und Kümmel. Zunächst wäscht man das Gemüse und zerkleinert es. Dann wird es in einen Topf mit mindestens fünf Litern Wasser gegeben und für 5-10 Minuten aufgekocht, anschließend lässt man das Ganze für 20-25 Minuten bei schwacher Hitze ziehen. Gewürzt wird mit den oben genannten Kräutern und Gewürzen, es darf jedoch kein Salz hinzugefügt werden! Variiert werden darf lediglich das Mengenverhältnis der verschiedenen Gemüsesorten. Auch kann man einzelne Zutaten weglassen und durch andere ersetzen.

Entgegen mancher Meinungen, eine Kohlsuppendiät bestehe ausschließlich aus der Aufnahme des gleichnamigen Gerichts, gehören zu dieser Fastenkur zusätzlich einige andere Nahrungsmittel. Oberste Leitregel ist, dass kein Hungergefühl aufkommen darf. Typisch ist die Zuordnung der Wochentage zu bestimmten Lebensmittelgruppen während die Kohlsuppe selbst jeden Tag in beliebiger Menge konsumiert werden darf. Ein Kohlsuppendiätplan könnte z.B. wie folgt aussehen:

Der erste Tag ist ein so genannter Obsttag, erlaubt ist an diesem Tag der Verzehr der Suppe und Obst in beliebiger Menge, ausgenommen sind allerdings Bananen, Honigmelonen, Kirschen und Pflaumen. Am zweiten Tag wird ein Gemüsetag eingelegt, es darf über den Tag rohes Gemüse gegessen werden, nur Mais und Erbsen sind tabu. Abends kann eine große Pellkartoffel mit zwei Löffeln Magerquark verzehrt werden. Eine weitere Möglichkeit ist ein Rohkosttag, hier darf man Obst und Gemüse in ungegarter Form genossen werden. Auch ein Bananentag ist möglich, man darf dann drei Bananen sowie 250 ml Magermilch oder entsprechend 250 g fettarmen Magerquark zu sich nehmen. Da auch die Proteinversorgung wichtig ist, soll auf jeden Fall auch ein Geflügel- bzw. Fischtag eingelegt werden. Dabei stehen neben 200 g Geflügelfleisch oder magerem Fisch sechs rohe Tomaten auf dem Speiseplan. Als nächstes steht dann ein Fleischtag auf dem Programm, erlaubt ist ein mageres Steak mit grünem Gemüse und Salat, allerdings ohne Dressing. Der letzte Tag kann dann beispielsweise ein Reistag sein, zur Kohlsuppe gibt es nun Vollkornreis, ein beliebiges Gemüse und 250 ml frisch gepressten Orangensaft.

Natürlich gibt es zahlreiche Abweichungen von diesem Plan, unter anderem auch vegetarische Lösungen oder auch solche, die die Einnahme von Eiweißdrinks sowie Vitamin- oder Mineralstofftabletten vorsehen. Wichtig ist bei allen Varianten aber, dass eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr gegeben ist, im Idealfall sollte man über den Tag verteilt drei Liter stilles Mineralwasser trinken, Säfte, Limonaden und koffeinhaltige Getränke sind nicht erlaubt.
Doch wie ist diese Diät nun zu bewerten? Gesundheitlich ist sie nicht zu empfehlen, allein schon aufgrund der Tatsache, dass sie als Crash-Diät eine ungesund schnelle Gewichtsabnahme zum Ziel hat. Die Kohlsuppe selbst enthält kaum Kalorien und ist reich an Ballaststoffen, die „magische“ Wirkung schreiben Befürworter dem Kohl zugesprochen, er soll ein sogenannter Fatburner sein. Tatsächlich ist er jedoch hauptsächlich für zwei der unangenehmsten Nebenwirkungen verantwortlich: Blähungen sowie ein unangenehmer Kohlgeruch, der sich durch das ständige Wiedererwärmen der Suppe in der Küche festsetzen kann. Die ständige Wiederholung im Speiseplan kann außerdem schnell dazu führen, dass man die Diät leid ist, auch wenn die Suppe zu Diät-Beginn noch als durchaus wohlschmeckend empfunden wurde. Dieses Problem kann man leicht lösen, wenn man das Kohlsuppenrezept immer wieder abwandelt, was jedoch auch einen gesteigerten Aufwand bedeutet. Insgesamt raten Ernährungswissenschaftler sowie Ärzte von dieser Diät ab. Weder konnte die Wirksamkeit von Fatburnern bislang eindeutig nachgewiesen werden, noch konnte eine gesteigerte Fitness durch diese Diätform belegt werden, im Gegenteil. Die „Magie“ dieser Diät liegt laut Expertenmeinung in der geringen Zufuhr von Kalorien. Außerdem wirkt die Suppe stark entwässert, verbunden mit der niedrigen Eiweißaufnahme bewirkt dies einen Muskelabbau, wodurch letztlich die vermeintliche Gewichtsabnahme bedingt ist. Durch die Reduzierung von Muskelmasse wird fatalerweise die Fettverbrennung gedrosselt und der Jojo-Effekt ist vorprogrammiert. Für eine dauerhafte Gewichtsabnahme ist sie demnach nicht geeignet.